
Seit letzter Woche ist nun das Naturschutzgutachten im Landratsamt Dillingen einsehbar. Georg Holzheu hat sich letzte Woche dieses Gutachten im Landratsamt angesehen. Dabei vielen Ihm einige Punkte auf, die seines Erachtens noch weitere Prüfungen benötigen. Er bittet auch um die Mitarbeit der Zöschinger und der Bevölkerung der Nachbargemeinden in dieser Sache. Wir werden hierzu in den nächsten Tagen auch über unsere Webseite Dokumente und Beschreibungen zu Handhabung zum Download für Sie zur Verfügung stellen.
Georg Holzheu vom NABU Zöschingen zur neuen saP:
"Die beiden Ornithologen Reinhard Utzel und Harald Böck haben im Rahmen der ihnen zur Verfügung stehenden Zeit eine hervorragende Arbeit geleistet. Mit Fachkenntnis und Einsatz konnten sie manche Befürchtungen um Risiken für die heimische Vogelwelt entkräften, die an den Windrädern entstehen könnten. Teilweise durch die Lebens- und Jagdweise unterhalb der Baumwipfel oder größere Entfernung von den WEA beurteilten sie das Kollisionsrisiko als gering. Horst- oder Zukunftsbäume werden nicht in Mitleidenschaft gezogen. Bei drei von den zehn WEA stellten sie allerdings ein mittleres Kollisionsrisiko fest. Da müssten schon noch Untersuchungen stattfinden, meine ich.
Bei den drei WEA im Norden Zöschingens forderten sie weitere Nachforschungen, da die vorhandene Datenmenge zu gering sei. Hier setzt meine Kritik an:
Bei der saP wurde die Zöschinger Bevölkerung zu 99% wieder außen vor gelassen. Vor Abgabe des Werkes hätte Herr Utzel doch den sicher vorhandenen Erfahrungs- und Wissensschatz der Leute in Anspruch nehmen können, die sich tagtäglich in Zöschingens Natur aufhalten (Waldarbeiter, Spaziergänger, Nordicwalker …).
Darunter sind sicher einige, die interessante Beobachtungen weiter gegeben hätten, die von Bedeutung sein könnten. Ihm wäre mit Sicherheit in Zöschingen kein Haar gekrümmt worden, da gegen die Gutachter keinerlei Aversion bestand. Meine Beobachtungen von 2011 waren nicht mehr gefragt.
Auch Beobachtungen von früher (Schwarzstorch) tauchen überhaupt nicht auf. Ich will auf keinen Fall Herrn Utzel Überheblichkeit vorwerfen, aber wenn es um die Zukunft der Zöschinger Vogelwelt geht, fordere ich, dass alle Quellen ausgeschöpft werden müssen, um Schäden auszuschließen. Vielleicht können wichtige Fakten vor Baubeginn noch nachgereicht werden. Ich werde auch den Verdacht nicht los, dass er zeitlich stark unter Druck gesetzt wurde. Das Gutachten kann wie gewohnt im Landratsamt von jedem Bürger eingesehen werden.
Unsere von allen Windrädern unbehelligten Kritiker werden mir nun vorwerfen, dass ich nachtrete und das Ergebnis nicht akzeptieren kann, aber ich möchte nichts unterlassen, was helfen kann, bevor es zu spät ist! Wenn die Windräder einmal stehen, wird uns kein Gericht der Welt mehr viel helfen können.
Nun bitte ich alle Bürger von Zöschingen, denen unsere Natur am Herzen liegt, um Mitarbeit. Es stehen kleine Karten der Zöschinger Flur mit eingezeichneten WEA zur Verfügung, die bei Horst Steinwinter oder bei mir abgeholt werden können. In die sollten alle interessanten vogelkundlichen Beobachtungen im Bereich der WEA und Umgebung mit Datumsangabe und Bewegungspfeilen eingetragen werden. Ich bin gerne bereit, diese Karten bei mir zu sammeln, auszuwerten und die Ergebnisse weiter zu leiten.
Die immer wieder vorgebrachte Feststellung, dass der Tod eines Vogels den Bestand in Deutschland nicht gefährdet, ist so hilfreich wie die Erkenntnis, dass Kugeln rund sind. Es geht nicht um irgendwelche Vögel in Norddeutschland oder sonst wo, sondern um unsere Mitgeschöpfe in unserer Natur. Und darum sorgt sich der NABU Zöschingen. Ich bitte hier eindringlich um Solidarität, denn schließlich bin nicht ich allein der NABU."

